20 Juni 2014

Raiffeisen und Avaloq gründen Technologieunternehmen

Raiffeisen und Avaloq gründen ein neues Unternehmen zur Implementierung und zum Betrieb der Retailbanking-Plattform von Raiffeisen. 2017 wird Raiffeisen ihr bisheriges Frontsystem ablösen und die Wertschriftenabwicklung auf eine neue Avaloq-basierende Bankensoftware migrieren.

Zusammen mit Avaloq, einem der international führenden Anbieter integrierter und umfassen-der Bankenlösungen, gründet Raiffeisen ein neues Technologie- und Serviceunternehmen. Raiffeisen will so ihre IT-Plattform durch den verstärkten Einsatz von Avaloq modernisieren und weiter harmonisieren. Die Bank setzt damit in ihrer IT-Gesamtstrategie auf eigenständige Software-Lösungen und sichert die Autonomie der Raiffeisenbanken. Raiffeisen besitzt die Mehrheit am neuen Unternehmen.


Raiffeisen wird die bisherigen Frontsysteme für die Kunden und Kundenberater ablösen und auf eine neue auf Avaloq basierende IT-Plattform überführen. Gleichzeitig wird die Wertschriftenverarbeitung technisch integriert, die bis 2017 vom Kooperationspartner Vontobel erbracht wird.
Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisen Gruppe: «Wir freuen uns, mit der Avaloq Gruppe einen hervorragenden Partner gefunden zu haben, der uns eine einheitliche IT-Gesamtlösung bietet. Mit dem gemeinsamen Technologieunternehmen werden wir den technologischen Anforderungen des Finanzplatzes optimal begegnen, und Raiffeisen kann ihre Stellung als führende Schweizer Retailbank weiter ausbauen.»
Francisco Fernandez, CEO der Avaloq Gruppe: «Raiffeisen setzt bereits seit 2009 im Zahlungs-verkehr und in den Zentralbankfunktionen auf unsere effiziente Software. Ich freue mich sehr darauf, mit vereinten Kräften und basierend auf der Avaloq Banking Suite auch das zukünftige Kundenerlebnis der Raiffeisen Gruppe zu gestalten. Damit wird die Raiffeisen Gruppe den Schweizer Markt weiter bewegen.»


Erfolgreiche Diversifikation
Die seit Jahren eingeschlagene Diversifikationsstrategie ermöglicht es Raiffeisen, Leistungen innerhalb der Gruppe zu erbringen. So hat Raiffeisen umfassende Kompetenzen im Anlage- und Firmenkundengeschäft für die Herstellung von Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. Mit der Etablierung eines eigenen Economic Research unterstreicht Raiffeisen ausserdem die Stärkung des Anlagegeschäfts.


Klarheit für die Zukunft
Die vorangeschrittene Diversifikationsstrategie und die Veränderungen im Technologieumfeld schaffen für Raiffeisen eine neue strategische Ausgangslage, Produkte und Dienstleistungen im gruppeninternen Netzwerk zu erbringen. Eine Weiterführung der bestehenden Kooperation mit Vontobel ist daher nicht mehr zielführend. Raiffeisen kündigt deshalb den Kooperations-vertrag ordentlich per Mitte 2017.


Laufendes Schiedsgerichtsverfahren
Unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Notenstein Privatbank AG unter den Kooperationsvertrag fällt, veranlassten Vontobel im November 2012 Raiffeisen vor dem Schiedsgericht einzuklagen. Die Kündigung des Vertrages erfolgt unabhängig vom Ausgang des laufenden Schiedsgerichtsverfahrens. Ein Urteil in dieser Sache wird Ende des Jahres erwartet.
Marcel Zoller, CFO Raiffeisen und Mitglied im Verwaltungsrat von Vontobel, gibt zeitgleich zur Kündigung seinen Austritt aus dem Verwaltungsrat von Vontobel bekannt.

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